1 Gingo biloba, literarisch bekannt durch Goethes West-Östlicher Divan.
2 Bettina von Arnim: Die Günderode. Mit einem Essay von Christa Wolf, Leipzig 1981, S. 208f. Der Bogdo liegt an der heutigen Grenze zwischen Rußland und Kasachstan.
3 Siehe dazu die ausführlichen Studien von Hamid Tafazoli: Der deutsche Persien-Diskurs. Von der frühen Neuzeit bis in das neunzehnte Jahrhundert, Bielefeld 2007, besonders S. 375-385.
4 René Gérard: L’Orient et la penseé romantique allemande, Paris 1963, S. 11.
5 Friedrich Creuzer: Symbolik und Mythologie der alten Völker I-IV, Leipzig 1810-14, zitiert nach der zweiten Ausgabe 1819-21, I, S. 718.
7 Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Ästhetik, Berlin/Weimar 1976, Bd. I, S. 322f. Hegels Orientbild wurde in der Forschung oft kritisch dargelegt. Siehe Susanne L. Marchand: German Orientalism in the Age of Empire: Religion, Race and Scholarship, Cambridge 2009, S. 58-62.
8 Georg Wilhelm Friedrich Hegel (Anm. 7), Bd. I, S. 324.
9 Zu Günderrodes Bildung ist in erster Linie die Auswertung ihres Briefwechsels durch Karl Heinz Bohrer zu nennen: Der romantische Brief. Die Entstehung ästhetischer Subjektivität, München 1987. Außerdem ist die Studie von Bernhard Gajek immer noch wegweisend, die auch die frühere Fachliteratur resümiert: Bernhard Gajek: „‚Das rechte Verhältniß der Selbstständigkeit zur Hingebung‘. Über Caroline von Günderrode (1780-1806)“, in: „Frankfurt aber ist der Nabel dieser Erde“. Das Schicksal einer Generation der Goethezeit, hg. von Christoph Jamme und Otto Pöggeler, Stuttgart 1983, S. 206-226, besonders S. 207f. Seither sind zwar in der Kritischen Ausgabe eine Auswahl der Studienhefte der Dichterin erschienen, sie sind aber weder vollständig, noch lassen sie sich ‒ mangels einer kritischen Ausgabe der Briefe – philologisch auswerten. Siehe dazu Dieter Burdorf: „‚Diese Sehnsucht ist ein Gedanke, der ins Unendliche starrt‘. Über von Günderrode – aus Anlaß neuer Ausgaben ihrer Werke und Briefe“, in: Wirkendes Wort 1 (1993), S. 49-67. Sei jedoch an dieser Stelle bemerkt, man findet in einer Aufzeichnung einige Zeilen auch über die persische Religion, die meines Erachtens nichts Weiteres belegt, als dass die Dichterin eben von der persischen Religion hörte. Die unsichere Rechtschreibung des Textes weist darauf hin, dass es sich wahrscheinlich um die schriftliche Notiz zu einem Gespräch handelt. Karoline von Günderrode: Sämtliche Werke und ausgewählte Studien. Historisch-Kritische Ausgabe, hg. von Walter Morgenthaler, Bde. I-III, Frankfurt am Main 1990-2006, Bd. II, S. 413.
10 Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling: Ausgewählte Schriften, Frankfurt am Main 1985, Bd. 2, S. 250.
12 Ebd., S. 251. Die Persien-Begeisterung Schellings, insbesondere im Weltalterfragment wurde bereits wissenschaftlich vielfach untersucht. Siehe u. a. Reinhold Jeck: Platonica orientalia. Aufdeckung einer philosophischen Tradition, Frankfurt am Main 2004. In Bezug auf Günderrodes Schelling-Rezeption wird zumeist der „mystische“, „neuplatonische“ Zug ihrer Religiosität erwähnt. Siehe dazu u. a. Ingeborg H. Solbrig: „Die orientalische Muse Meletes. Zu den Mohammed-Dichtungen von Günderrodes“, in: Jahrbuch der deutschen Schiller-Gesellschaft 33 (1989), S. 299-322, hier S. 305. Kunstphilosophische Aspekte wurden jedoch bisher kaum in Erwägung gezogen.
13 Creuzers Brief vom November 1804, zitiert nach Karl Preisendanz (Hg.): Die Liebe der Günderode. Friedrich Creuzers Briefe an Caroline von Günderode, München 1912, S. 36.
14 Karl Preisendanz (Anm. 13), S. 230.
15 Helga Dormann: Die Kunst des inneren Sinns. Mythisierung der inneren und äußeren Natur im Werk von Günderrodes. Würzburg 2004, S. 11. Barbara Becker-Cantarino: „Mythos und Symbolik bei von Günderrode und Friedrich Creuzer“, in: 200 Jahre Heidelberger Romantik, hg. von Friedrich Strack, Berlin/Heidelberg 2008, S. 281-298, hier S. 293.
16 Otto Pöggeler: „Hegel und Heidelberg“, in: Hegel-Studien, Bd. 6 (1971), S. 65-133, hier S. 109. Eine ausführliche Darlegung der Creuzerschen Mythostheorie sowie des Creuzerschen Orientbildes habe ich in früheren Aufsätzen bereits unternommen. Eva Kocziszky: „Samothrake. Ein Streit um Creuzers Symbolik und das Wesen der Mythologie“, in: Antike und Abendland, Bd. 53 (1997), S. 174-189, sowie dies.: „‚Khalepa ta kala‘. Das Konzept und die Rolle des Orients in Creuzers Werk im Vergleich zu Görres“, in: 200 Jahre Heidelberger Romantik (Anm. 15), S. 299-320.
17 Becker-Cantarino folgt zwar dem feministischen Diskurs darin, dass sie Creuzer in die Rolle des überheblichen Mannes schiebt, stellt aber zu gleicher Zeit richtig fest: Mythos und Symbolik standen im geistigen Mittelpunkt der Werke beider Autoren. Barbara Becker-Cantarino (Anm. 15).
18 Hendrik Birus: „Goethes imaginativer Orientalismus“, in: Jahrbuch des Freien Deutschen Hochstifts (1992), S. 107-128; sowie Hamid Tafazoli (Anm. 3), S. 33.
19 Man soll in diesem Kontext auf die immense Begeisterung der beiden jungen Frauen – Bettina und Caroline – für den „wahnsinnigen Hölderlin“ hinweisen, dessen späte Poetik sie durch die Vermittlung Isaak Sinclair kannten. Zu diesem Verhältnis ist meines Wissens nur die Studie von Waltraud Howeg vorhanden.
20 Die meisten Zeitgenossen haben bekanntlich kein Verständnis für die Dichtung der Günderrode gezeigt. Sie warfen ihr vor, ihre Poesie sei zu männlich, zu kühn und zu spekulativ, sie selbst sei zu sehr den neueren Schulen der Poesie und der Philosophie zugetan. Siehe dazu Creuzers Brief in: Karl Preisendanz (Anm. 13), S. 153. Dieser Umstand wurde in der feministischen Forschung bisher zu einseitig interpretiert. Die zahlreichen Titel können an dieser Stelle nicht angeführt werden, ich begnüge mich mit einem Hinweis auf die folgenden Werke: Margarete Lazarowicz: Karoline von Günderrode. Porträt einer Fremden, Frankfurt am Main 1986; Silvia Bovenschen: Die imaginierte Weiblichkeit. Exemplarische Untersuchungen zu kulturgeschichtlichen und literaturhistorischen Präsentationsformen des Weiblichen, Frankfurt am Main 1979. Ich versuche hingegen darauf hinzuweisen, dass die orientalisierenden poetologischen Fundamente dieser Dichtung nicht erkannt und akzeptiert wurden.
21 Walter Morgenthaler (Anm. 9), Bd. I, S. 331-332.
22 Die Quellen lassen sich nicht genau feststellen. Creuzer schickte an Günderrode ein persisches Gedicht, das er selbst aus dem Lateinischen übertrug und empfahl ihr Firdusi zu lesen, vgl. Karl Preisendanz (Anm. 13), S. 190.
23 Waltraud Howeg: Günderrode und Hölderlin, Diss., Halle-Wittenberg 1953.
24 Siehe dazu Wolfgang Westphal: Karoline von Günderrode und „Naturdenken um 1800“, Essen 1993, S. 124f., sowie: Helga Dormann (Anm. 15), S. 155.
25 Georg Wilhelm Friedrich Hegel (Anm. 7), Bd. I, S. 321.
26 Bettina von Arnim (Anm. 2), S. 211.
27 Die Erklärung, warum ich Mitra als weibliche Gestalt verstehe, folgt unten.
28 Friedrich Creuzer (Anm. 5), Bd. I, S. 728f.
29 Ebd., S. 742. Irrtümlicherweise hat die Historisch-Kritische Ausgabe von Walter Morgenthaler den Namen „Mitra“ als eine indische Gottheit verstanden und daraus auf einen entsprechenden Synkretismus gefolgert. Siehe: Walter Morgenthaler (Anm. 9), Bd. III, S. 190.
30 Christa Wolf: Kein Ort. Nirgends, Berlin/Weimar 1981, S. 10.
31 „Der Luftschiffer“, Verse 1-12. Karoline von Günderrode: Gedichte und Phantasien. Poetische Fragmente, Melete, Gedichte aus dem Nachlaß, Berliner Ausgabe, Berlin 2013, S. 210.