1 Johann Gottlieb Schummel: Schich Sadi Persisches Rosenthal nebst Locmans Fabeln, Neue, verbesserte Auflage. Wittenberg 1775, S. 8.
2 Muslih ad-din Sa’di: Der Rosengarten, übersetzt von Karl Heinrich Graf, neu bearbeitet und herausgegeben von Dieter Bellmann, Bremen 1982.
3 Sheikh Saadi: Gulistan Der Rosengarten, aus dem Englischen (Übersetzung von Sayed Omar Ali-Shah) von Kathleen Göpel, Berlin 1997.
4 Für eine ausführliche Aufzählung der Teilübersetzungen siehe Faranak Haschemi: Sa’di Deutsch. Deutsche Dichter begegnen Sa’di, Sa’di-Rezeption in Deutschland, Berlin 2012.
5 Zitiert nach Moslicheddin Sadi: Rosengarten, übersetzt von Karl Heinrich Graf, Leipzig 1846, ohne Seitenangabe.
6 „Sadi war mir in meinen jungen Jahren ein angenehmer Lehrer der Moral, dessen Einkleidungen oft die schönsten Sprüche der Bibel wie in einem neuen Gewande zeigen.“ Johann Gottfried Herder: Zerstreute Blätter. Vierte Sammlung, Gotha 1792, S. IV.
7 Zur Geschichte der deutschen Übersetzung zu dieser Zeit, siehe u. a. Reinhart Tgahrt: Weltliteratur: die Lust am Übersetzen im Jahrhundert Goethes, München 1982. Zum deutschen Persien-Diskurs, siehe Hamid Tafazoli: Der deutsche Persien-Diskurs. Zur Verwissenschaftlichung und Literarisierung des Persien-Bildes im deutschen Schrifttum von der frühen Neuzeit bis in das neuzehnte Jahrhundert, Bielefeld 2007.
8 Faramarz Behzad: Adam Olearius’ Persianischer Rosenthal, Göttingen 1970.
9 Faranak Haschemi (Anm. 4).
10 „C’est ce qui m’a conuié depuis mon retour d’employer quelques heures de mon loisir à sa version, l’habillant à la Françoise“ und: „ [ceux] qui sçauent combien il est difficile de deguiser [les langues Orientales] à nostre mode“. André Du Ryer: Gulistan ou l’Empire des roses Composé par SADI, Prince des Poëtes Turcs & Persans, Paris 1634, ohne Seitenangabe.
11 „Es ist ein gemeiner wohn under uns Christen / als wann die Türcken/ Persianer und andere Heyden eitel solch Grobe/ Wild und ohngestudirte Wölcker weren/ daß sie von keiner Höffligkeit/ guter Lehr oder Künste etwas wüssten. Aber daran geschicht ihne unrecht.“ Johan Friderich Ochssenbach: Gulistan das ist/ Königlicher Rosengarten, Tübingen 1636, ohne Seitenangabe.
14 „Beschließlich/ seind gleichwol mehr dunckele Stuck hin und wieder in disem Buch zu finden/ [...] die ich aber nicht versteh und billich andern Hochgelehrten zu erklären überlasse“. Ebd.
15 „[... ] weil so vil hüpsche Politisch und Moralische Stücklin darinn stecken/ die merckens wol würdig seind/ beneben auff solch holdselige Manier vorgebracht werden/ daß sie dem Leser weder verdrießlich seyn könden/ noch der Gedächtnuß mehr entfallen [...]“. Ebd.
16 Siehe z. B. Georg Philipp Harsdörffer: Frauenzimmer Gesprechspiele, Nürnberg 1643, Bd. III, S. 97, wo die Vorrede des Golestan zitiert wird.
17 Siehe Samuel Gerlach: Eutrapelia Philologico-Historico-Ethico-Politico-Theologicarum Libri III, Leipzig 1662, v. a. in den Geschichten 647 bis 858 (S. 117-257). „Folgende schöne und nachdenckliche Reden sind genommen aus des Persischen Poeten Sadi verteutschten Gulistan oder Rosen-Garten.“ Ebd., S. 117.
18 Näheres zu diesem Thema in: Hamid Tafazoli (Anm. 7), S. 251-303 und Mireille Schnyder: Die „Wunderfügnisse“ der Welt: Zur Bedeutung von Vergleich und Metapher in der deutschen und persischen Dichtung des 17. Jahrhunderts, Bern 1992.
19 Adam Olearius: Persianischer Rosenthal. In welchem viel lustige Historien/ scharffsinnige Reden/ und nützliche Politische Regeln und Sprüchwörter Von einem gelehrten Persianer Schich Saadi in Persianischer Sprache beschrieben, Schleswig 1655, ohne Seitenangabe.
20 Adam Olearius: Offt begehrte Beschreibung Der Newen Orientalischen Reise/ So durch Gelegenheit einer Holsteinischen Legation an den König in Persien geschehen: Worinnen Derer Orter und Länder/ durch welche die Reise gangen/ als fürnemblich Rußland/ Tartarien und Persien/ sampt ihrer Einwohner Natur/ Leben und Wesen fleissig beschrieben / und mit vielen Kupfferstücken/ so nach dem Leben gestellet/ gezieret/ Durch M. Adamum Olearium, Ascanium Saxonem, Fürstl: Schleßwig-Holsteinischen Hoff-mathemat. Item Ein Schreiben des WolEdeln [et]c. Johann Albrecht Von Mandelslo: worinnen dessen OstIndianische Reise über den Oceanum enthalten; Zusampt eines kurtzen Berichts von jetzigem Zustand des eussersten Orientalischen KönigReiches Tzina, Schleswig 1647.
21 Adam Olearius (Anm.19).
25 Horaz: Ars Poetica, V. 333.
26 Adam Olearius (Anm. 19).
27 Ebd. Siehe auch: „Er ist gleich seinen Landesleuten in dem Mahumedischen verführischen Glauben und Aaly Secte auffgewachsen. Daher er in diesem Buche/ welches sonst lustige Historien und auß demselben gute Lehren in sich hält/ bißweilen etliche Mahumedische Stücklein mit einwirfft/ die man an seinen Ort muß gestellet seyn lassen/ und sich darbey verhalten/ als Virgilius bey des Ennij Schrifften/ da er aus dem Koht schöne Perlen laß.“ Ebd.
29 „Das ich aber diesen Persianer in einem Teutschen Mantel herein führe/ und in unser Hochteutschen Sprache hören lasse/ hat mich theils veranlasset/ das Hochfürstl. Haupt der Fruchtbringenden Gesellschafft/ der Schmackhaffte/ welcher bey auffnehmung meiner unwürdigen Person/ als sie vernommen/ daß ich diß Werck unter Händen hätte/ gnädig an mir geschrieben; daß ich wol thun würde/ wenn ich dasselbe nicht in Lateinischer/ sondern in unser Teutschen Muttersprache/ welche gleichsam unter dem Staube der Verachtung jetzt wieder herfür glänzet (wie selbige Wort lauten) beschreiben/ und den Persianer Teutsch reden lehren würde.“ Ebd.
31 Georg Gentius: Musladini Sadi Rosarium politicum, sive Amoenum sortis humanae Theatrum, Amsterdam 1651.
32 Antoine Galland: Les paroles remarquables, les bons mots et les maximes des Orientaux, Paris 1694.
33 Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen: Exempel Der unveränderlichen Vorsehung Gottes: Unter einer anmutigen und ausfuhrlichen Histori vom Keuschen Joseph in Egypten, Jacobs Sohn, Nürnberg 1667.
34 Samuel von Butschky und Rutinfeld: Wohl-Bebauter Rosen-Thal, Nürnberg 1679. Sa’dis Golestan dient hier als Modell.
35 Siehe Friedrich von Hagedorn: Poetische Werke [1738], Hamburg 1800, Bd. 2, S. 197, wo zwei Gedichte aus den „Fabeln und Erzählungen“ nach Gentius Rosarium Politicum nachgedichtet sind.
36 Johann Gottlieb Schummel (Anm.1), S. 3.
37 „Dazu aber war eine neue Auflage durchaus nothwendig. So lang er einen blossen Anhang zu Olearius Moskowitischer und Persischer Reisebeschreibung ausmachte, mußte er entweder ganz übersehen werden, oder er ward doch nur von Liebhabern der Reisen gelesen!“ Ebd., S. 4.
38 „Nach Gewohnheit sollte ich nun noch das Leben meines Autors erzehlen: Allein ich finde davon nichts mehr, als daß er um das Jahr Christi 1260 gelebt, zu Schiras gebohren [...].“ Ebd., S. 7. Darauf folgt eine sehr knappe Zusammenfassung der biographischen Angaben, von denen Schummel in Olearius’ Vorrede erfahren haben soll.
42 Johann Friedel: Fragmente über die Litteraturgeschichte der Perser, nach dem Lateinischen des Baron Rewitzki von Rewißnic Kais. Kön. Gesandten in Berlin mit Anmerkungen und dem Leben des persischen Dichters Saadi, Wien 1783.
43 Zur Kontextualisierung des deutschen Orientalismus, siehe u. a. Suzanne L. Marchand: German Orientalism in the Age of Empire. Religion, Race, and Scholarship, New York 2009 und Andrea Polaschegg: Der andere Orientalismus. Regeln deutsch-morgenländischer Imagination im 19. Jahrhundert, Berlin 2004.
44 Johann Friedel (Anm. 42), S. 115-144.
45 Zwar meinte er da, Sa’di sei ein Araber, doch zeugen die darauf folgenden Schriften von einer immer tiefer gehenden Kenntnis des Autors und von einem regelmäßigen Umgang mit dessen Dichtung. Siehe Johann Gottfried von Herder: „Über die neuere deutsche Literatur“, in: Frühe Schriften 1764-1772, Frankfurt am Main 1985, S. 284. Zu Herder und Sa’di siehe Hamid Tafazoli (Anm. 7), S. 402-417.
46 Johann Gottfried Herder (Anm. 6), S. 120.
47 Ebd., S. V. Bereits 1774 hatte er eine Prosa-Bearbeitung des Lobgesangs in der Schrift „Vom Erkennen und Empfinden der menschlichen Seele“ veröffentlicht, von der eine dichterische Fassung 1782 im Teutschen Merkur erschienen war.
51 Inzwischen war noch 1802 Grohmanns Saadi’s, des weisen Persers Königsspiegel erschienen, über den wir kaum Informationen ausfindig machen konnten.
52 Joseph von Hammer-Purgstall: Geschichte der schönen Redekünste Persiens mit einer Blüthenlese aus zweyhundert persischen Dichtern, Wien 1818, S. 205. Siehe auch S. 204: „Saadi aus Schiras, der bisher in Europa am meisten bekannte große persische Dichter. [...] er [dankt diesen Vorzug] einer größeren Berühmtheit in Europa dem Zufalle [...], daß zwey Reisende wie Olearius und Chardin ihn vor andern persischen Dichtern, die sie weniger oder gar nicht kannten, ausgezeichnet haben, und Saadi also schon lange im Abendlande aus seinen Werken gekannt ward, während Firdussi und Hafis nur dem Nahmen nach, Enweri, Nisami, Dschelaleddin und Dschami aber auch kaum nach diesem bekannt waren [...]“.
57 S. Mohammed Schemsed-din Hafis: Der Diwan, übersetzt von Joseph von Hammer, erster Teil, Stuttgart 1812, S. I-II.
58 „Wir haben nun den guten Rath gesprochen,/ Und manchen unsrer Tage dran gewandt;/ Mißtönt er etwa in des Menschen Ohr –/ Nun, Botenpflicht ist sprechen. Damit gut“. Johann Wolfgang von Goethe: West-östlicher Divan, Berlin 2010, Bd. 1, S. 299.
59 Bernhard Dorn: Drei Lustgänge aus Saadi’s Rosenhain, Hamburg 1827, S. II: „[...] nicht wenige bei uns allgemein bekannte Erzählungen und Weisheitssprüche [sind] aus diesem Buche, welches schon ziemlich lange bekannt ist, genommen“.
62 Philipp Wolff: Sadi’s Rosengarten, Stuttgart 1841.
63 Karl Heinrich Graf: Moslicheddin Sadi’s Rosengarten, Leipzig 1846.
69 Georg Heinrich Ferdinand Nesselmann: Der Rosengarten des Scheikh Muslih-eddin Sa’di aus Schiras, Berlin 1864, S. VI.
70 Auch Rückert befasste sich mit Sa’di: Der Dichter und Orientalist verfasste zum einen Östliche Rosen und Ghasalen und übersetzte zum anderen auch direkt aus dem Farsi. Von Sa’di übersetzte er den Bostan, politische Gedichte und „Verse aus dem Golestan“, hg. von E. A. Bayer, in: Zeitschrift für vergleichende Literaturgeschichte 7 (1894) und 10 (1895). Da sie aber posthum erschienen sind und daher ohne Vorwort des Übersetzers veröffentlicht wurden, konnten sie hier nicht berücksichtigt werden. Beim Orientalisten Rückert wurden Wissenschaft und Dichtung eins.