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    Plan détaillé Texte intégral Globaler Technologiewettbewerb Europa im globalen Technologiewettbewerb Europäische Kultur – ein Beispiel für Anpassungsfähigkeit, Dynamik und Nachhaltigkeit Bibliographie Notes de bas de page Auteur

    Globale Handlungsfelder

    Ce livre est recensé par

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    Globaler Technologiewettbewerb und gesamteuropäische Kultur

    Günter Hans Walter

    p. 205-217

    Texte intégral Bibliographie Literaturverzeichnis Notes de bas de page Auteur

    Texte intégral

    Europa ist ein ungewöhnlich gegliederter, mannigfaltiger und vielgestaltiger Kontinent. Zugleich jedoch sind alle Teile mit ihrem Schicksal seit je so eng verflochten, dass man von einer einzigen – wenn auch kompliziert strukturierten – Entität sprechen kann.
    Vaclav Havel1

    Globaler Technologiewettbewerb

    1Globalisierung, Technologiewettbewerb, aber auch Nachhaltigkeit avancierten in den letzten Jahren zu viel benutzen Stichworten, wenn es um die wirtschaftlichen Zukunftschancen von Industrien, Ländern und Regionen ging. Hauptkennzeichen der globalen Wirtschaft ist die allgemeine Verfügbarkeit von Gütern. Toyota verkauft überall seine Autos. Gillette wirbt auf der ganzen Welt für seine Rasierer. Auch von dem Ziel, fast überall alles herstellen zu können, ist die heutige Industrie nicht mehr weit entfernt. So produziert Siemens weltweit und hat in über hundert Ländern Niederlassungen. In Mexiko errichtete das Unternehmen eine Fabrik für Glühbirnen, in Ungarn entstehen Transformatoren. Für Siemens heißt es nicht mehr 'Made in Germany' sondern wegen seiner weltweiten Produktion 'Made by Siemens'.

    2Globale Unternehmen und ihre Produkte prägen die Welt. Als entscheidende Grundlagen einer solchen Wirtschaft erweisen sich untereinander vernetzte, aber unterschiedlich ausgeprägte nationale bzw. regionale Wirtschaftssysteme und ein freier Warentransfer. Hinzu kommen weltweite Möglichkeiten des industriellen Engagements und Gewährleistung eines ungehinderten Kapitalflusses global gültiger und akzeptierter Währungen. Weitere Voraussetzungen sind gute und schnelle Kommunikationsmöglichkeiten via Satellit, Fax, Telefon und Internet.

    3Das Streben der Unternehmen nach Gewinn findet auf dem globalen Markt eine einfache Lösung. Internationale Unternehmen lassen ihre Produkte dort entwickeln, wo aufgrund guter Ausbildungsmöglichkeiten und (staatlich finanzierter) Forschung gute Fachleute für Forschung, Entwicklung und Innovation vorhanden sind. Die Firmen produzieren an Standorten, wo niedrige Arbeitslöhne eine billige Herstellung garantieren, der Verkauf erfolgt über ein Land mit geringen Verkaufssteuern.

    4Globales Agieren von Unternehmen funktioniert, solange die Staaten sich um entsprechend ausgebildete Arbeitskräfte, Sicherheit, Stabilität und sozialen Frieden in ihren Ländern kümmern können. Die Globalisierung führt dann aber zu Problemen, wenn durch die beschriebene Politik der Unternehmen nicht mehr genug Einnahmen anfallen und die staatlichen Leistungen nicht mehr finanziert werden können. Die Staaten verlieren an Einfluss und müssen mit geringerer politischer Macht auskommen. Die Rolle des Staates ist damit weniger in Machtausübung als in der Moderation unterschiedlichster Akteure zu sehen.

    5Unternehmen im Wettbewerb müssen so produzieren, dass sie einen möglichst hohen Gewinn machen, d.h. sie müssen ihre Produkte kostengünstig und schnell entwickeln bzw. herstellen und gleichzeitig auf dem neuesten technischen Stand bleiben. Daher ist heute nur derjenige konkurrenzfähig, der zu den Anbietern auf dem Markt zählt, die ständig Neuerungen generieren und vermarkten. Die Beherrschung innovativer Technologien ermöglicht neue Produkte bzw. wesentliche Verbesserungen vorhandener Produkte und Neuerungen in der industriellen Produktion.2 Um auf diese Neuerungen reagieren zu können, benötigt die Konkurrenz Zeit und Geld. Während dieser Zeit besteht für den innovativen Produzenten ein Vorteil gegenüber den Wettbewerbern und er kann wichtige Gewinne erzielen.

    6Grundlage für Innovationen sind Forschung und Entwicklung. Sie können zwar 'angebotsorientiert' direkt aus der Forschung und Entwicklung hervorgehen, entstehen aber eher 'nachfrageorientiert' durch die Entdeckung von Absatzmöglichkeiten und Lücken im Bedarf bzw. aus der Notwendigkeit zur Deckung von Bedürfnissen.3

    7Der globale Technologiewettbewerb bedingt ein spezifisches Verständnis von Technikentwicklung.4 Neuere Technikentwicklung ist durch Multi- und Interdisziplinarität gekennzeichnet. Neue Technologien etablieren sich transdisziplinär5 und bedingen daher ein Zusammenwirken verschiedener Akteure. Zwischen den Technologien bestehen enge Vernetzungen und Überlappungen. Wegen knapper Rohstoffe bzw. wachsender Umweltbelastung gewinnen zudem sparsame Ressourcenverwendung und Nachhaltigkeit an Bedeutung. Auch soziale Belange werden weltweit wichtiger.

    8Technikentwicklung hat ein spezifisches Innovationsumfeld. Bedeutsam dabei ist die Art des Zugangs zur Technik sowie die Bereitschaft und die Fähigkeit ihrer Anwendung, d. h. der praktizierte Umgang mit der Technik. Hinzu kommen – wie der Regionalforschungsbereich der Fraunhofer Gesellschaft in seinen Untersuchungen festgestellt hat6 – noch ökonomische, finanzielle, rechtliche und regional geprägte kulturelle Komponenten bzw. Einflussgrößen. Diese Sachverhalte beeinflussen die Realisierung von Innovationen und können zu verschiedenen Ausprägungen von Innovationen in den einzelnen Regionen der Welt führen. Die Weltregionen verfügen daher über unterschiedliche Voraussetzungen, Chancen und Startbedingungen im Innovationswettbewerb.

    9Technikentwicklung, Innovation, Wissenschaften und Forschung basieren zwar auf Vernunft und Logik, haben aber auch ein 'ausgeprägtes Gefühl für Heimat', wie es sich beispielsweise in der Technologieregion Karlsruhe manifestiert.7 Damit kommt insbesondere auch der Kultur ein bedeutsamer Einfluss auf die Technikentwicklung zu.

    10Kultur ist dabei nicht nur in einer engen Definition als Literatur, Bildende Kunst, Musik, Philosophie usw. zu sehen. Sie umfasst auch die Art des individuellen Denkens, Handelns, des Ausbildungsstandes sowie des Lebens- bzw. Arbeitsstils der Menschen und ihr Umgang mit Technik. Diese Sachverhalte formen und bestimmen den menschlichen Alltag und die kulturellen Rahmenbedingungen von Technik und Wirtschaft.

    11Technisch orientiertes Denken und Handeln haben heute das menschliche Leben durchdrungen, sind Bestandteil der Kultur.8 Werkzeuge, Bauten, Wissen um die ablaufenden Naturprozesse und technische Fähigkeiten werden von den vorangegangenen Generationen übernommen, prägen das menschliche Zusammenleben und die gesellschaftliche Weiterentwicklung. Daher wird vom Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft (ZAK) und Studium Generale der Universität Karlsruhe von der Erkenntnis ausgegangen, dass Kultur sowohl technikbedingt als auch Technik kulturbedingt ist.

    12Positive Wechselwirkungen zwischen Kultur und Technik sowie deren Auswirkungen auf gesamtgesellschaftliche und gesamtwirtschaftliche Prozesse bestimmen auch das Agieren auf dem globalen Markt.9 Spezifisch kulturelle Wettbewerbsfaktoren sind oft nicht manifest, sondern eher informell bzw. immateriell und nur mittelbar mit ökonomischen Sachverhalten in Verbindung zu bringen. Sie zu identifizieren ist schwierig. Aber gerade diese Faktoren tragen dazu bei, die für Innovationen notwendige Kreativität zu erzeugen, Kontinuität bzw. schnelle Lernprozesse sowie für den Wettbewerb wichtige spezifische regionale Ausprägungen von Innovationen zu erreichen und die Neuerungen bei Produkten und in der Produktion schnell zu verbreiten.

    Europa im globalen Technologiewettbewerb

    13Europa hat heute noch immer eine sehr solide Basis für eine global konkurrenzfähige Wirtschaft.10 Die Wirtschaftsstruktur der europäischen Staaten ist insgesamt ausgewogen. Es gibt neben großen auch genügend mittlere und kleine Unternehmen. Verschiedene Branchen mit guter Regionalverteilung der Standorte der Unternehmen und eine gute Infrastruktur sind vorhanden. Neue Technologien entstehen und kommen in Europa schnell zur Anwendung. Zwischen Unternehmen und Beschäftigten haben sich vielfältige Sozialkontakte etabliert und institutionalisiert. Zwischen vielen europäischen Regionen bestehen traditionell Kontakte. Die öffentliche Sicherheit und Stabilität ist hoch. Europäische Unternehmen beteiligen sich aktiv am globalen Wettbewerb, investieren weltweit und schaffen folglich global Arbeitsplätze.

    14Europa ist zwar hinsichtlich des Faktors (Fabrik-) Arbeit nicht mehr konkurrenzfähig. Wissensorientierte Branchen mit 'Kopfarbeit' (wie z.B. Biotechnologie, Computerindustrie, neue Werkstoffe) und hoher Wertschöpfung stellen insbesondere vor dem Hintergrund zukünftig steigender Anforderungen an Nachhaltigkeit, eine europäische Chance im globalen Wettbewerb dar.

    15Europa hat besonders gute Voraussetzungen, um ein Zusammenwirken unterschiedlicher Akteure zu bewerkstelligen und so die Anforderungen an Transdisziplinarität und Internationalität für den globalen Technologiewettbewerb zu bewältigen. Sie liegen in seinem spezifisch europäischen Denken und Handeln, in sozialem Ausgleich und seinem verfügbaren vergleichsweise hohen Maß an Bildung. In Europa hat Art und Weise des Denkens und Handelns ihren Ursprung in einer, auf das antike Griechenland zurückgehenden rationalen Geisteshaltung.11 Aus der griechischen Kultur sind die naturwissenschaftlich orientierten Denk- und Verhaltensweisen bzw. eine historisch gewachsene – auch wirtschaftlich verwertungsorientierte – Techniktradition und ein allgemeiner Umgang mit der Technik in der europäischen Gesellschaft entstanden. Dies ist auch eine gute Basis für eine – falls notwendig – kritische Einstellung zur Technikentwicklung.

    16In Europa gab und gibt es immer ein Zusammenwirken unterschiedlichster Akteure – oft über Grenzen und über politische Systeme hinweg. Dauerhafte Entwicklung von Kreativität in Bildung, Kunst und Wissenschaft, die Akzeptanz von Neuerungen durch die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und kulturelle Langfristigkeit, aber auch Mobilisierung kurzfristiger operationaler Maßnahmen zur Anpassung an globale Trends ermöglichten eine dynamische Entwicklung von Wissen und Technik. Bildung genießt in Europa ein hohes gesellschaftliches Ansehen, es ist eine Selbstverständlichkeit für europäische Staaten, ihren Bürgern den Erwerb von Wissen zu ermöglichen. Die europäischen Wissenschafts- und Ausbildungssysteme bieten der gesamten Bevölkerung einen Zugang zu Bildung, von der Grundschule bis zur Universität. Die öffentliche (zweckfreie) Vorlaufforschung (Grundlagenforschung, angewandte Forschung) verschafft Unternehmen Zugang zu hochwertigen und aktuellen Forschungsergebnissen, die sie kostengünstig in neue Produkte und Produktionsverfahren umsetzen können. Innovationen für das auch sehr heterogene Europa erfordern neben dem vielfältigen Zusammenwirken von unterschiedlichen Akteuren universelle Anwendungsmöglichkeiten für neue Produkte.

    17Vielfalt ist, wie Richard Schröder 2004 in der 'Spiegel'-Serie 'Das Europa des Geistes: Verschieden, doch versöhnt' ausführte, in Europa mit seiner Kleinräumigkeit etwas völlig Normales und Unterschiede werden grundsätzlich nicht nur als problematisch angesehen.12 In Europa führte das enge Zusammensein von Menschen unterschiedlicher Einzelkulturen meist auch zum Austausch auf breiter Ebene. Dies hatte oft eine gegenseitige Befruchtung und Bereicherung zur Folge und ist heute eine wichtige Voraussetzung, sich auf Globalität einzustellen und sie auf jeden Fall nicht nur als Bedrohung, sondern ebenso als Chance zu empfinden. Ein enges Zusammenwirken von Menschen unterschiedlicher kultureller Prägung, Geschichte, Ethnien usw. besteht in vielen europäischen Unternehmen.

    18Die europäische Kultur entwickelte sich in Europa in ihrem Bestreben nach einer kontinuierlichen Verbesserung der Arbeitsund Lebensqualität und durch den hohen Einsatz von Intellekt bzw. Wissen und zwar dynamisch im Gleichklang von Wirtschaft, Technik und Gesellschaft. Mit seinem sozialen Zugang zur Technik und dem konsensualen Zusammenwirken unterschiedlichster Akteure ist Europa in der Lage, hohe Wirtschaftsleistung, Mobilität, Beschäftigungsintensität und Güterreichtum sicherzustellen und eine hohe persönliche und soziale Arbeits- und Lebensqualität sowie einen zukünftigen Wohlstand zu gewährleisten. In Europa haben sich für das Zusammenwirken seiner 'kleinen' Räume, unterschiedlicher Ethnien formelle und informelle Kooperationsformen in unterschiedlichster Art und Weise im Laufe der Jahrhunderte herausgebildet, die auch den globalen, zukünftigen Notwendigkeiten entsprechen können.

    19Europäische Kleinräumigkeit bedeutet für die einzelnen Akteure begrenzte Ressourcen und daraus abgeleitet ihren sparsamen Verbrauch d.h. Nachhaltigkeit. Dies führt dazu, dass in Europa realisierte Innovationen vordringlich auf dem Einsatz gut gebildeter und ausgebildeter Menschen und einem überlegten materiellen Ressourceneinsatz beruhen. Nicht umsonst wurden solche aktuelle Trends für wichtige und grundlegende Innovationen in Europa geprägt wie Niedrigenergie-Bauen, Kreislaufwirtschaft, Materialerzeugung durch Membrane anstatt durch energieaufwändige thermische Prozesse, leichtgewichtige aerodynamische Kraftfahrzeuge, Bewegungskontrolle anstelle des stand-by-modus, effizientere Verfahren für Warmwasserzubereitung und Wasserkühlung usw.

    20Doch stellt sich das europäische Angebot je nach regionaler Ausprägung der Kultur z.B. im Westen und im Osten Europas unterschiedlich dar.13 Ostmitteleuropa orientiert sich – historisch bedingt durch die extreme Knappheit an Mitteln und die Abschottung aus Geheimhaltungsgründen während des Kommunismus – in der Wissenschaft auch heute noch in vieler Hinsicht eher an der Grundlagenforschung. Ostmitteleuropa hat damit aber die Basis für viele grundlegende Neuerungen geschaffen. Nur mit 'Tafel und Kreide' erarbeitete Forschungsergebnisse wurden in westlichen Ländern aufgegriffen und von westlichen Wissenschaftlern (oft Emigranten aus Ostmitteleuropa) zur Generierung und Realisierung von Neuerungen verwendet. So basieren die Radarstrahlen abweisenden Eigenschaften des Stealth-Flugzeuges auf einem in Russland erarbeiteten mathematischen Modell.

    21Weitere innovative Potenziale sind gerade in Russland im Bereich qualifizierter Fertigkeiten (eher traditionell oder auch basierend auf der Kunst des Improvisierens) zu finden. Der historisch bedeutendste Erfolg eines solchen Vorgehens war 1957 der erfolgreiche Start des ersten, etwa 70 kg schweren Weltraumsatelliten Sputnik14 (der US-Satellit Explorer vom Januar 1958 wog nur 14 kg), zu dem nicht – wie im Westen vermutet – eine sehr große Rakete notwendig war, sondern die Fähigkeit, mehrere vorhandene kleine Raketentriebwerke exakt zu kombinieren.

    22Insgesamt verfügt Europa mit seinem Wissen, seiner Wissensdynamik und dem sparsamen Ressourcenverbrauch über die zentralen Voraussetzungen für den globalen Wettbewerb, aber auch für eine verantwortungsbewusste Zukunftsgestaltung. Sachverhalte wie Nachhaltigkeit haben in der europäischen Wissenschaft und Forschung einen hohen Stellenwert. Der besondere Wettbewerbsvorteil der wissensbasierten europäischen Produkte und der europäischen Produktionsverfahren manifestiert sich in ihrer universellen Verwendbarkeit auf den äußerst heterogenen Märkten Europas und in ihrer dynamischen Anpassungsfähigkeit an die in Europa sehr unterschiedlich ausgeprägten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Europa besitzt aber auch die Fähigkeit, einen Ausgleich widerstrebender Sachverhalte aus Technologie, Ökonomie, Ökologie, Gesellschaft im globalen Wettbewerb sicherzustellen.

    Europäische Kultur – ein Beispiel für Anpassungsfähigkeit, Dynamik und Nachhaltigkeit

    23In Europa sind Kultur sowie Technik, Wissenschaft und Wirtschaft seit Jahrhunderten wichtige Bestandteile des gesellschaftlichen Lebens. Denken und Handeln orientieren sich an einem rationalen Pragmatismus. Die europäischen Einzelstaaten haben im Zuge der europäischen Einigung bewusst auf staatliche Macht verzichtet und agieren verstärkt als Moderatoren.

    24Die in Europa über Jahrhunderte eingeübten Verfahrensweisen sind äußerst belastbar. Sie brachen auch nach dem Fall des eisernen Vorhangs nicht zusammen, sondern wirkten selbststabilisierend und selbstverstärkend und bildeten nach 1990 sogar die Basis für einen Aufschwung. Europa hat den größten gesellschaftlichen Umbruch nicht nur überstanden, sondern ist thematisch 'aufgeblüht'. Die ehemals kommunistischen europäischen Staaten bilden heute eine wichtige eigenständige Basis für weitergehende, neue und umfassendere Kooperationen europäischer Unternehmen bei der Realisierung von Innovationen.15

    25Für die Zukunft gilt es, die Entität Europa als gemeinsame Kulturregion in eine gemeinsame Technologieregion zu transformieren. In Europa gab es immer ein Zusammenwirken unterschiedlichster Akteure – teilweise über Grenzen und über politische Systeme hinweg. Dauerhafte Entwicklung von Kreativität in Bildung, Kunst und Wissenschaft, die Akzeptanz von Neuerungen durch die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und kulturelle Langfristigkeit, aber auch Mobilisierung kurzfristiger operationaler Maßnahmen ermöglichten eine dynamische Entwicklung des Wissens und formten ein spezifisches Zusammengehörigkeitsgefühl und Zusammenleben in Europa.

    26Weltweite Stabilität und sozialen Frieden gibt es nur, wenn die Globalisierung Wohlstand für alle Länder sichert (Communiqué des G-7-Gipfels in Lyon 1996). Dies ist optimistisch, gründet sich aber auf ökonomische Erfahrung. Sie besagt: Jede Weltregion stellt das her, was sie aufgrund ihrer Voraussetzungen am besten kann. Europas Stärke liegt in der Realisierung von Innovationen auf der Basis vielfältiger Verwendungsfähigkeit, überlegtem Ressourceneinsatz und der Sicherstellung humaner Arbeitsbedingungen sowie von Nachhaltigkeit. Wenn sich jede Weltregion aufgrund der dort herrschenden Rahmenbedingungen für den globalen Wettbewerb nach ähnlichem Muster wie Europa spezialisieren kann, steigen Produktion und Einkommen insgesamt. Damit sollte es Gewinne für jeden geben und nicht nur, wie bisher, vordringlich für globale Unternehmen.

    Bibliographie

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    Format

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    Grupp, Hariolf. Messung Und Erklärung Des Technischen Wandels. Springer-Lehrbuch, Springer Berlin Heidelberg, 1997. Crossref, https://doi.org/10.1007/978-3-642-59027-6.
    Pfirrmann, Oliver, and Günter H. Walter, editors. Small Firms and Entrepreneurship in Central and Eastern Europe. [], Physica-Verlag HD, 2002. Crossref, https://doi.org/10.1007/978-3-642-57460-3.
    Schumpeter, Joseph. Theorie Der Wirtschaftlichen Entwicklung. [], Duncker & Humblot, 2013. Crossref, https://doi.org/10.3790/978-3-428-47725-8.

    Cette bibliographie a été enrichie de toutes les références bibliographiques automatiquement générées par Bilbo en utilisant Crossref.

    Literaturverzeichnis

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    Schumpeter, Joseph: Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, Berlin 1964.

    Notes de bas de page

    1 Havel, Vaclav: Benes und das 'tschechische Dilemma', in: Neue Zürcher Zeitung, 19. April 2002.

    2 Schumpeter, Joseph: Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, Berlin 1964.

    3 Plescha, Franz/Sabisch, Helmut: Innovationsmanagement, Stuttgart 1996.

    4 Gerybadze, Alexander: Governance-Strukturen in multinationalen Konzernen und die Dynamik regionaler Innovationsnetze und Kompetenzcluster, in: Fritsch, Michael/Koschatzky, Knut (Hrsg.): Den Wandel gestalten – Perspektiven des Technologietransfers im deutschen Innovationssystem, Stuttgart 2005.

    5 Grupp, Hariolf: Messung und Erklärung des Technischen Wandels, Berlin/Heidelberg/New York 1997.

    6 Koschatzky, Knut: Räumliche Aspekte im Innovationsprozess, Münster/Hamburg/London 2001.

    7 Funck, Rolf/Dziembowska-Kowalska, Jolanta/Thadden, Guido v.: Medienkonzept für die TechnologieRegion Karlsruhe, Karlsruhe 2002.

    8 Bausinger, Hermann: Volkskultur in der technischen Welt, Frankfurt am Main/New York 1986.

    9 Blanke, Torsten: Unternehmen nutzen Kunst, Stuttgart 2002.

    10 Landabaso, Mikel/Oughton, Christine/Morgan, Kevin: Innovation Networks and Regional Policy in Europe, in: Koschatzky, Knut/Kulicke, Marianne/Zenker, Andrea (Hrsg.): Innovation Networks, Heidelberg/New York 2001.

    11 Cardwell, Donald: Viewegs Geschichte der Technik, Braunschweig/Wiesbaden 1997.

    12 Schröder, Richard: Verschieden, doch versöhnt, (Serie: Das Europa des Geistes), in: Der Spiegel Nr. 4, 2002, S. 132-142.

    13 Pfirrmann, Oliver/Walter, Günter Hans (Hrsg.): Small Firms and Entrepreneurship in Central and Eastern Europe, Heidelberg/New York 2002.

    14 Pfaffe, Herbert/Stache, Peter: Typenbuch der Raumflugkörper 1957-1964, Berlin 1964.

    15 Vgl. Pfirrmann/Walter, 2002.

    Auteur

    • Günter Hans Walter
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    1 Havel, Vaclav: Benes und das 'tschechische Dilemma', in: Neue Zürcher Zeitung, 19. April 2002.

    2 Schumpeter, Joseph: Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, Berlin 1964.

    3 Plescha, Franz/Sabisch, Helmut: Innovationsmanagement, Stuttgart 1996.

    4 Gerybadze, Alexander: Governance-Strukturen in multinationalen Konzernen und die Dynamik regionaler Innovationsnetze und Kompetenzcluster, in: Fritsch, Michael/Koschatzky, Knut (Hrsg.): Den Wandel gestalten – Perspektiven des Technologietransfers im deutschen Innovationssystem, Stuttgart 2005.

    5 Grupp, Hariolf: Messung und Erklärung des Technischen Wandels, Berlin/Heidelberg/New York 1997.

    6 Koschatzky, Knut: Räumliche Aspekte im Innovationsprozess, Münster/Hamburg/London 2001.

    7 Funck, Rolf/Dziembowska-Kowalska, Jolanta/Thadden, Guido v.: Medienkonzept für die TechnologieRegion Karlsruhe, Karlsruhe 2002.

    8 Bausinger, Hermann: Volkskultur in der technischen Welt, Frankfurt am Main/New York 1986.

    9 Blanke, Torsten: Unternehmen nutzen Kunst, Stuttgart 2002.

    10 Landabaso, Mikel/Oughton, Christine/Morgan, Kevin: Innovation Networks and Regional Policy in Europe, in: Koschatzky, Knut/Kulicke, Marianne/Zenker, Andrea (Hrsg.): Innovation Networks, Heidelberg/New York 2001.

    11 Cardwell, Donald: Viewegs Geschichte der Technik, Braunschweig/Wiesbaden 1997.

    12 Schröder, Richard: Verschieden, doch versöhnt, (Serie: Das Europa des Geistes), in: Der Spiegel Nr. 4, 2002, S. 132-142.

    13 Pfirrmann, Oliver/Walter, Günter Hans (Hrsg.): Small Firms and Entrepreneurship in Central and Eastern Europe, Heidelberg/New York 2002.

    14 Pfaffe, Herbert/Stache, Peter: Typenbuch der Raumflugkörper 1957-1964, Berlin 1964.

    15 Vgl. Pfirrmann/Walter, 2002.

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    Walter, G. H. (2006). Globaler Technologiewettbewerb und gesamteuropäische Kultur. In C. Y. Robertson-von Trotha & C. Mielke (éds.), Globale Handlungsfelder. Karlsruhe: KIT Scientific Publishing. Consulté à l’adresse https://books.openedition.org/ksp/3542
    Walter, Günter Hans. « Globaler Technologiewettbewerb und gesamteuropäische Kultur ». In Globale Handlungsfelder, édité par Caroline Y. Robertson-von Trotha et Christine Mielke. Karlsruhe: KIT Scientific Publishing, 2006. https://books.openedition.org/ksp/3542.
    Walter, Günter Hans. « Globaler Technologiewettbewerb und gesamteuropäische Kultur ». Globale Handlungsfelder, édité par Caroline Y. Robertson-von Trotha et Christine Mielke, KIT Scientific Publishing, 2006, https://books.openedition.org/ksp/3542.

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    Robertson-von Trotha, C. Y., & Mielke, C. (éds.). (2006). Globale Handlungsfelder. Karlsruhe: KIT Scientific Publishing. Consulté à l’adresse https://books.openedition.org/ksp/3528
    Robertson-von Trotha, Caroline Y., et Christine Mielke, éd. Globale Handlungsfelder. Karlsruhe: KIT Scientific Publishing, 2006. https://books.openedition.org/ksp/3528.
    Robertson-von Trotha, Caroline Y., et Christine Mielke, éditeurs. Globale Handlungsfelder. KIT Scientific Publishing, 2006, https://books.openedition.org/ksp/3528.
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