Römische Klassik und griechische Lyrik
Transformationen der Archaik in augusteischer Zeit
Dass die römischen Dichter poetischer Kleinformen (also vor allem Lyrik, Elegie und Epigramm) von Catull bis Ovid auf griechische Modelle rekurrierten, die mehr als ein halbes Jahrtausend vor der eigenen Zeit und unter völlig anderen politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen entstanden sind, ist für die Klassische Philologie eine selbstverständliche und auf den ersten Blick wenig aufregende Tatsache. Die Forschung des 20. Jahrhunderts interessierte sich vornehmlich für die formale und ä...
Éditeur : C.H.Beck
Lieu d’édition : München
Publication sur OpenEdition Books : 2 octobre 2020
ISBN numérique : 979-10-365-5585-5
DOI : 10.4000/books.chbeck.3578
Collection : Zetemata | 155
Année d’édition : 2018
ISBN (Édition imprimée) : 978-3-406-72230-1
Nombre de pages : 302
Dass die römischen Dichter poetischer Kleinformen (also vor allem Lyrik, Elegie und Epigramm) von Catull bis Ovid auf griechische Modelle rekurrierten, die mehr als ein halbes Jahrtausend vor der eigenen Zeit und unter völlig anderen politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen entstanden sind, ist für die Klassische Philologie eine selbstverständliche und auf den ersten Blick wenig aufregende Tatsache. Die Forschung des 20. Jahrhunderts interessierte sich vornehmlich für die formale und ästhetische Dimension dieses Aneignungsprozesses: Horaz lernte gewissermaßen durch das gründliche Studium von Sappho und Alkaios, wie man gute lyrische Gedichte schrieb. Die vorliegende Studie nimmt diesen Vorgang nicht als selbstverständlich hin, sondern untersucht für besonders relevante Themen (Liebe, Symposium, Gesang, Politik) und Autorenpersönlichkeiten (Sappho, Archilochos, Pindar), welches spezifische Potenzial römische Autoren in den griechischen Texten sahen und wie sie ihre Prätexte auch dafür nutzten, eine kritische Distanz zur eigenen Gegenwart aufzubauen.
Prof. Dr. Felix Mundt ist ein deutscher Altphilologe. Von April 2002 bis August 2007 war er an der Freien Universität Berlin wissenschaftlicher Mitarbeiter. Er lehrte außerdem an der Humboldt-Universität zu Berlin, der Universität Wien, der Universität Graz sowie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seine Forschungsschwerpunkte sind lateinische Geschichtsschreibung, Briefliteratur und neulateinische Literatur.
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